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2027-12-31
15 Min. Lesezeit
WattSizing Editorial Team

Solar fĂŒrs Tiny House dimensionieren (Schritt fĂŒr Schritt)

Tiny Houses haben eigene Lasten — Module, Batterie und Wechselrichter prĂ€zise fĂŒr kompaktes Wohnen planen.

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Solar fĂŒrs Tiny House: zuerst Tagesverbrauch in Wh ermitteln, dann durch die Peak-Sun-Hours Ihres Standorts teilen → benötigte Modulleistung. DĂ€cher tragen oft nur 2.000–2.400 W — hocheffiziente Module und eine LiFePO4-Bank mit 2–3 Autonomietagen sind dann Pflicht.

Minimalismus und Eigenstrom passen zusammen — aber begrenztes Dach, Gewichtslimits beim THOW (Tiny House on Wheels) und wenig Platz fĂŒr Technik verlangen PrĂ€zision. Überdimensioniert kostet Platz und Geld; unterdimensioniert bedeutet Dunkelheit.

Wichtige Faktoren, die oft fehlen

  • Wechselrichter-Standby: Ein 5-kW-Hybrid verbraucht eingeschaltet 50–100 W — ĂŒber 24 h 1,2–2,4 kWh nur Leerlauf, oft mehr als alle LEDs und der Laptop zusammen.
  • Winter-Defizit: Sommer-Sonnenstunden planen lĂ€sst Sie im Dezember kurz. Ein Modul mit 2.000 Wh/Tag im Juli liefert im Winter vielleicht 600 Wh/Tag — siehe Worst Month.
  • Gewicht THOW: Große Blei-Banken können 350+ kg wiegen — Achslast. LiFePO4 ist fĂŒr mobile Tiny Houses praktisch Pflicht.
  • Mini-Split-Anlauf: 600 W Betrieb, aber 2.000 W+ Start ohne Inverter-Klima — WR grĂ¶ĂŸer wĂ€hlen als Betriebswatt vermuten lassen.

Schritt 1: Energieaudit (Tiny-Edition)

Vier Lampen statt zwanzig — aber KĂŒhlschrank, Laptop oder Induktion bleiben. Tabelle: GerĂ€t | W | h/Tag | Wh/Tag.

Typische Lasten

  • Mini-Split Klima/Heizung: 500–1.000 W Betrieb — oft grĂ¶ĂŸter Verbraucher.
  • 12-V-KĂŒhlschrank: 40–60 W Durchschnitt.
  • Induktionskochfeld: 1.500–1.800 W, kurz, hoher Anlauf.
  • Laptop: 60 W.
  • LED: 5 W je Leuchte.
  • Wasserpumpe: 100 W intermittierend — siehe Solar-Wasserpumpe.
  • Kompost-ToilettenlĂŒfter: 2 W × 24 h.

Tipp: Propangas fĂŒr Kochen und Warmwasser spart viel DachflĂ€che gegenĂŒber vollelektrischem Kochen und Boiler.

Schritt 2: Platz am Dach („Dach-Tetris“)

THOW oft 2,6 m breit, 6–9 m lang — Dachfenster und LĂŒfter reduzieren nutzbare FlĂ€che.

  1. Nutzbare FlÀche exakt messen.
  2. Modulmaße: 400-W-Residential ca. 172 × 113 cm.
  3. Max. Array: z. B. 24-Fuß-Haus → 4–6 große Module → 6 × 400 W = 2.400 W Maximum.

Braucht das Audit 4.000 W, fehlt Dach: BodenaufstĂ€nderung, Solar-Vordach oder 23–25 % Mono — Modul-Effizienz 2026.

Schritt 3: Batteriebank

Dach lĂ€sst sich spĂ€ter selten vergrĂ¶ĂŸern — die Batterie puffert. LiFePO4 wegen Gewicht und Platz; 5-kWh-Rack passt oft unter Sofa oder im Technikschrank.

Ziel: 3 Tage Autonomie (bewölkte Tage). Formeln: Lastliste und Batterieanzahl.

Rechenbeispiel (illustrativ): Vollzeit-Paar

  • Tagesverbrauch: 4.500 Wh (Mini-Split teilweise, 12-V-KĂŒhlschrank, Laptops, LED).
  • Peak-Sun-Hours: 4,5 h (Standortmittel).
  • Systemverluste: 20 % (Regler, WR, Kabel).

1. Solarmodule:

  • Mit Verlusten: 4.500 Ă· 0,8 = 5.625 Wh/Tag von Modulen.
  • Leistung: 5.625 Ă· 4,5 = 1.250 W Minimum.
  • Winter-Puffer: Verdopplung auf 2.500 W — passt auf 8,5-m-Dach mit sechs 415-W-Modulen.

2. Batterie (3 Tage):

  • 4.500 × 3 = 13.500 Wh nutzbar.
  • Drei 48-V 100-Ah-Racks Ă  ca. 5.120 Wh → 15,3 kWh gesamt, selten unter 10 % Entladung.

3. Wechselrichter:

  • Gleichzeitig: Mini-Split-Anlauf 2.000 W + Induktion 1.800 W + KĂŒhlschrank 60 W ≈ 3.860 W.
  • Wahl: 5.000 W 48-V Hybrid rein sinus — WR-Dimensionierung.

Illustrativ — mit Wattmeter und Rechner verifizieren.

Schritt 4: Spannung — 12 V, 24 V oder 48 V?

  • 12 V: Sehr klein, Van-Style, unter ~500 W Solar.
  • 24 V: Mittelgroße Tiny Houses.
  • 48 V: Empfohlen fĂŒr Vollzeit — dĂŒnnere Kabel, effizienter ab ~2 kW WR, Standard fĂŒr Rack-Batterien — 12/24/48 V.

Praktische Checkliste

  1. Energieaudit mit Wattmeter an echten GerÀten.
  2. Nutzbare Dachmaße inkl. SchĂ€chte messen.
  3. Systemspannung wĂ€hlen (48 V fĂŒr Vollzeit).
  4. Hybrid-WR mit Landstrom-Laden am Stellplatz und Generator-Anschluss planen.
  5. Mathe im WattSizing-Rechner prĂŒfen und Winter-PSH konservativ wĂ€hlen.

FAQs

Kann ein Tiny House komplett auf Solar laufen?

Ja, mit Disziplin. Hohe WĂ€rmeaufgaben (Kochen, Warmwasser, Winterheizung) oft besser mit Propangas, damit elektrische Last zum kleinen Dach passt.

Was kostet eine Tiny-House-Solaranlage?

Robust Off-Grid (2,5 kW, 15 kWh LiFePO4, 5 kW WR) DIY oft 6.000–10.000 €; Profi-Montage kann das verdoppeln — Kosten nach GrĂ¶ĂŸe.

Brauche ich einen Hybrid-Wechselrichter?

Sehr empfehlenswert: MPPT, AC-WR und Netz-/Generator-Lader in einem GehĂ€use — spart WandflĂ€che; bei langer Bewölkung am Camping-Strom laden.

Wo Batterien im Tiny House?

LiFePO4 gasarm → innen möglich: unter Sofa, Treppe, Technikschrank. Über Frost zum Laden — siehe Batterie-Lebensdauer.

Reicht 2.400 W Dach ohne Generator?

Knapp im tiefen Winter mit Klima — viele nutzen Generator-Backup oder reduzieren Heizlast — Generator-Specs.

Quellen

NĂ€chster Schritt: Tiny-Lasten im WattSizing-Rechner — dann Off-Grid Schritt fĂŒr Schritt und Kosten Stufe 2.

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